Zehn Tote bei IS-Angriff auf Staatssender in Afghanistan

Kabul – Bei einem Angriff von Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat auf einen staatlichen Fernsehsenders in der ostafghanischen Großstadt Dschalalabad sind zehn Menschen getötet worden. Unter ihnen seien vier Angestellte des Senders sowie zwei Polizisten, sagte der Gouverneur der Provinz Nangarhar. Auch alle vier Angreifer seien tot. Die Provinzregierung habe Informationen zu einem bevorstehenden Anschlag gehabt, sagte Mangal. Die Sicherheitskräfte hätten deshalb schnell reagieren und mehr Opfer verhindern können.

Quelle:
dpa-infocom GmbH, 17.05.2017
https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/schlaglichter_nt/article164664977/Zehn-Tote-bei-IS-Angriff-auf-Staatssender-in-Afghanistan.html

Kabul: Es gibt keine Sicherheitsgarantien

Die Nachricht vom Anschlag auf die Hilfsorganisation „Operation Mercy“ erreichte sie in Kabul – ein persönlicher Bericht der DW-Reporterinnen Sandra Petersmann und Birgitta Schülke-Gill über Gefahren in Kriseneinsätzen.

Wir sind in unsere Arbeit vertieft: hören zu, lesen Abschiebebescheide. Amir, Nuri, Mujtaba und Isa berichten uns über ihre Angst vor dem Leben in Kabul. Wir sitzen in der afghanischen Hauptstadt mit abgeschobenen Asylbewerbern aus Deutschland zusammen, als uns die schreckliche Nachricht vom Anschlag auf die schwedische Hilfsorganisation „Operation Mercy“ erreicht. Wir sind betroffen und erschrocken. Jeder Anschlag ist entsetzlich. In Kabul. Paris. Brüssel. Nizza. Berlin.

Noch sind die Einzelheiten unklar. Wir telefonieren mit Kontakten in Kabul, um Näheres zu erfahren. Wir beobachten über soziale Medien, was afghanische Kollegen berichten.

Wir informieren unsere Familien, dass es uns gut geht. Freunde und Kollegen rufen an, schicken Nachrichten per SMS und über Whatsapp. Die abgeschobenen jungen Männer verstehen gut genug Deutsch, um unsere Gespräche mit der Heimat zu verfolgen. Mujtaba und Isa sprechen uns ihr Beileid aus. Wir sprechen mit der Chefredakteurin und dem Sicherheitskoordinator und wägen ab.

Der Anschlag galt Ausländern

Das Bild verdichtet sich. Der Anschlag am Samstagabend galt Ausländern. Ziel war der Wohnkomplex der Hilfsorganisation. Ein afghanischer Wachmann und eine deutsche Helferin sind tot. Eine finnische Helferin wurde entführt. Es ist nicht der erste gezielte Anschlag auf Ausländer in Kabul. Doch die meisten Angriffe treffen afghanische Zivilisten. Seit Beginn des Jahres hat es in Kabul mindestens sieben schwere Attacken gegeben, durch die mehrere hundert Menschen getötet oder verletzt wurden. Entweder bekannten sich die Taliban oder der selbsternannte „Islamische Staat“.

Wir haben in den vergangenen Tagen eine ruhige afghanische Hauptstadt erlebt: Die Festung Kabul mit ihren hohen Sprengschutzmauern und Stacheldrahtbarrieren wirkt bei unserer Landung vor ein paar Tagen freundlich. Die Sonne strahlt am stahlblauen Himmel. Die Menschen, mit denen wir sprechen, begegnen uns offen und freundlich. Wie trügerisch diese Ruhe ist, beweist nicht nur dieser jüngste Anschlag.

Es gibt in Kabul keine Garantie auf Sicherheit. Ein Ort, der heute sicher ist, kann morgen ein Anschlagsort sein. Wir haben uns vor unserer Abreise selber Sicherheitsregeln auferlegt. Unser Arbeitgeber hat für Kriseneinsätze klare Regeln. An sie halten wir uns und hören auf unser Bauchgefühl. Mehr geht nicht.

Terror und Gewalt gehören zum Alltag

Wir fragen alle unsere Gesprächspartner, was sie davon halten, dass die USA und ihre NATO-Partner wieder mehr Soldaten nach Afghanistan schicken wollen. „Was soll das bringen, wenn sich sonst nichts ändert?“ „Das Wichtigste ist, dass wir Afghanen uns einig sind und dass unsere Regierung endlich regiert, anstatt zu streiten.“ „Was sollen mehr ausländische Soldaten bringen, wenn sie nicht kämpfen dürfen?“ „Wir müssen die vielen Milizen entwaffnen und nur unsere Sicherheitskräfte unterstützen.“ „Die NATO hat versagt. Sie sollen uns UN-Truppen schicken.“ „Wir wünschen uns von der internationalen Gemeinschaft zuerst Sicherheit und dann Bildung.“

So unterschiedlich die Antworten ausfallen: Keiner der befragten Bürgerinnen und Bürger fühlt sich sicher in Kabul. Aber alle leben mit dem Risiko, weil das Leben weitergehen muss. Wir hören öfter den Satz: „Wenn wir morgens das Haus verlassen, wissen wir nicht, ob wir abends lebend zurückkommen, aber wir können doch nicht aufhören zu leben.“

Wir sind als ausländische Gäste in dieser Stadt heute, nach dem jüngsten Anschlag, nicht in größerer Gefahr als gestern, vor dem mörderischen Angriff. Terror und Gewalt gehören in der afghanischen Hauptstadt zum Alltag, hinzu kommt Bandenkriminalität. Entführungen sind ein Geschäftsmodell.

Wir sind als Journalistinnen hier, um den Alltag in der afghanischen Hauptstadt abzubilden. Wir kennen Kabul und Afghanistan von vielen Reisen. Afghanistan ist ein Land im Krieg. Der internationale Militäreinsatz, der inzwischen im 16. Jahr ist, hat dem Land Fortschritt und Öffnung, aber keinen Frieden und keine Sicherheit gebracht.

Quelle:
Deutsche Welle, 21.5.2017, Sandra Petersmann und Birgitta Schülke-Gill
http://m.dw.com/de/kabul-es-gibt-keine-sicherheitsgarantien/a-38927899?maca=de-Facebook-sharing

 

 

„Die Baracken von Belgrad“ – ein Bericht über ein Flüchtlingslager, wo hunderte unbegleitete Kinder und Jugendliche zur Zeit ausharren müssen

Belgrad 24.2. – 3.3.2017

Patricia Velencsics / Alma Avdic-Velikanje Bericht: PV / 14.3.2017

Alma und ich hatten im Vorfeld privat Geld gesammelt, das wir vor Ort an NGOs weitergaben, die in der direkten Versorgung der Leute tätig sein. Für die Kinder im Lager Krnjaca, das von der Caritas betreut wird, kauften wir um 200.- Spielsachen ein.

Situation in Belgrad
Vor Ort machten wir uns in den ersten 2 Tagen ein Bild von der Lage und die Lage ist ohne Übertreibung als entsetzlich zu bezeichnen. Von Idomeni war ich einiges gewöhnt, die Situation aber hat mich, und auch Alma, sehr schockiert.
Mitten in Belgrad, in seit Jahrzenten verlassenen Lagerhäusern, genannt von allen „Die Baracken“ hausen seit Monaten an die 1000 Kinder, Jugendliche und Männer. Sie kommen aus Afghanistan und Pakistan und wollen oder können in keine offiziellen Lager gehen, weil diese entweder voll sind, oder die Leute Angst haben, nach Bulgarien oder Mazedonien zurückgeschoben zu werden. Die hohe Anzahl der unbegleiteten minderjährigen Kinder hat uns sehr schockiert. 10-, 12-, 13- und 14- Jährige leben dort in Verschlägen, die sie sich aus Pappe und Decken zusammenbauen, ab Einbruch der Dunkelheit ist es total finster in den Lagerhallen. Es gibt weder Strom noch fließendes Wasser oder Sanitäranlagen.
Erst seit kurzem gibt es draußen am Gelände einige Mobilklos und einige frei stehende Waschbecken.

Zur Versorgung:
Die Menschen werden ausschließlich von privaten Gruppen versorgt, unter dem wachsamen Auge der Polizei, die zur Essenausgabe mit ein paar Mann anrückt und beobachtet.
Es gibt 2x täglich eine warme Mahlzeit.
Täglich um 13:00 gibt es ein frisch gekochtes Essen der vorwiegend englischen Gruppe „Hot Food Idomeni“. Wie der Name schon sagt, haben sie monatelang in Idomeni gekocht, von dort kenne ich sie auch. Jetzt zogen sie mit ihrer riesen Mobilküchenach Belgrad weiter, haben am Stadtrand ein Haus, wo sie kochen und danach Töpfe und Geschirr waschen. Alma und ich haben einmal beim Abwasch mitgeholfen.
Um 13:00 stehen an die 1000 Menschen an. Freiwillige machen „crowd control“ dh. darauf achten, dass sich niemand vordrängt oder die Schlange überspringt und sich vorne anstellt. Hier machten Alma und ich 2x Dienst.
Abends kocht „No Name Kitchen“ gemeinsam mit den Flüchtlingen und es werden ca 400 Mahlzeiten um 19:30 ausgegeben. Bei dieser Ausgabe halfen wir an 5 Abenden mit. Diese Gruppe kommt aus Spanien, steht erst am Anfang und kocht seit 4 Wochen in Belgrad.
Sie gehen mit sehr viel Herz und Engagement an die Sache heran und stellen zB nachmittags ihren Generator schon auf, damit die Flüchtlinge ihre Handys laden können. Weiters gibt es Tische mit Spielen, um sich ein wenig die Zeit zu vertreiben. No name kitchen möchte demnächst mit einer Teeküche starten und nachmittags auch Tee ausschenken.
Soweit zur Essensversorgung.

Feuerholz: wird seit einiger Zeit von einer englischen Gruppe „Soulwelders“ gekauft und verteilt. Dadurch wird verhindert, dass giftige Stoffe verbrannt werden.

Kleidung und Hygienartikeln: täglich um 16:30 eine Verteilung von „Refugee Aid Serbia“, die auch an einem Bildungsprogramm für die Kinder und Jugendliche arbeiten.

Ein offenes Tageszentrum wird betreut von „Refugee Help Miksaliste“. Freiwillge führen täglich Sprachkurse durch u.a. auch einen eigenen Kurs für Frauen und Mädchen. Ihnen brachten wir 3sprachige Lernbroschüren für AnfängerInnen (Deutsch/Englisch/Farsi) worüber sie sich ausgesprochen gefreut haben.

Besuch bei der Caritas
Zweimal besuchten wir mit unserer KollegInnen von der Caritas Serbien das offizielle Camp „Krnjaca“, wo wir mithalfen bei der Suppen- und Teeausgabe und bei dem Kinderprogramm. Im Camp wohnen 1200 Personen, viele Familien mit Kinder, die auf der offiziellen Liste stehen, um legal in Ungarn einzureisen. Ein Teil der BewohnerInner ist jedoch nicht registriert , wird im Camp geduldet und muss sich selbst versorgen.Victor Cvetkovic von der Caritas Belgrad erzählte uns, dass die Caritas in der Nähe der Baracken bis Oktober eine Essenausgabe gemacht hatte, aber das von den Behörden dann untersagt worden war. Seitdem arbeitet die Caritas ausschließlich in offiziellen Camps, in Belgrad ist es Krnjacka. Die Caritas macht 3 Ausgaben täglich im Camp: Um 10:00 eine Frühstückssnack, um 12:00 eine frisch gekochte Suppe und um 14:00 Tee. Außerdem betreibt sie einen Waschsalon, wo die Wäsche der CampbewohnerInnen gratis gewaschen und getrocknet wird. Mehrmals pro Woche ist eine Psychologin hier, die Zeit mit den Kindern und Frauen verbringt. Ein Caritas Mitarbeiter ist für Animation zuständig und spielt mit den Männern und Jugendlichen Fußball, Basketball, Tischtennis usw.

Zwischen den Terminen verbrachten wir viel Zeit bei den Baracken mit den Kindern und Jugendlichen. Wir sprachen mit 10jährigen, 12jährigen, 14jährigen, ließen uns ihre Schlafstätten in den Baracken zeigen und ihre Geschichten erzählen. Die meisten kamen über Bulgarien und leben seit mehreren Monaten in den Baracken. Von „Ärzte ohne Grenzen“ gibt es Zelte mit Stockbetten, auf die Frage, warum sie dort nicht schlafen, meinten die Jüngeren, dort werde Alkohol getrunken und geraucht und das wollten sie nicht. Sie seien in den Baracken sicherer.

Alle hatten schon mehrere Versuche unternommen, nach Ungarn weiterzukommen, Erwachsene, wie Kinder. Immer werden sie erwischt, verprügelt, Schuhe und Jacken werden ihnen weggenommen, Hunde auf sie gehetzt und sie kehren nach Belgrad zurück. Dort warten sie auf die nächste Gelegenheit, um es wieder zu probieren. Ich habe noch Kontakt zum 15jährigen Asif, der vergangenes Wochenende wieder an der Grenze war, aber solche Angst bekam, dass er nach 2 Tagen und Nächten wieder in die Baracken zurückkehrte, wo er sich seit gestern wieder sich aufhält.

Die Jugendlichen und Kinder haben meist keinen direkten Kontakt zu den Schmugglern, das läuft über die Verwandten im Heimatland, die oft auch vorgeben, welches Zielland anzustreben ist. Der 16jährige Attal erzählt uns, er müsse nach Deutschland, zu einer Gesichtsoperation. Er hat im ganzen Gesicht Brandwunden, weil die Taliban sein Haus angezündet hatten. Wenn er dann in Deutschland ist, werden seine Eltern entscheiden, ob er dort bleiben oder nach der OP wieder heimkehren soll.

Sehr verloren wirkt der 12jährige Bilal. Er ist auch schon seit 5 Monaten hier und sucht sooft wie möglich den Kontakt zu uns. Da er ausschließlich Pashto spricht, ist die Verständigung schwierig. Er lässt es gerne zu, ein wenig umarmt und gedrückt zu werden. Was mich sehr erschreckte, er gab mir zu verstehen, er würde sehr gerne zu uns in die Wohnung kommen. Ich hätte ihn mitnehmen und an Menschenhändler weiterreichen können……..

Jetzt bin ich über Facebook mit ihm im Kontakt und frage alle paar Tage nach, wie es ihm geht.

Insgesamt also ist die Lage sehr trist und verfahren.

Leider wurde ich bestohlen, als wir den Spielsacheneinkauf machten, ich habe die 350.- Spendengelder ersetzt. Alma wurden ein Tag später Pass/Führerschein/Bankomatkarte gestohlen. Dafür, dass wir beide noch nie im Leben bestohlen worden sind, schon ein unglaublicher „Zufall“. Erst hinterher erzählte man uns mehrfach, dass Banden in der Stadt operieren, die so professionell agieren, dass sie jedenfalls erfolgreich zuschlagen, wenn sie ihre Opfer erst einmal ausgewählt haben.

Belgrad 20.4 – 24.4.2017

Als wir zum zweiten Mal kommen, treffen wir viele Bekannte, die vor 6 Wochen auch hier waren. Die Lage hat sich insofern verändert, als dass jetzt mehr Leute in den Barracken leben. Die Grenze nach Ungarn ist dicht, es dürfte sich niemand mehr in Subotica aufhalten. Ziel ist jetzt Sid an der serb/kroat. Grenze. Über Kroatien wird versucht in die Zielländer zu gelangen.

Abends bei der Essensausgabe von Noname Kitchen herrscht Hochbetrieb. Statt der bisher 300 Personen, stellen sich über 500 an. Inzwischen hat Noname Kitchen den Gr0ßteil der Arbeit an die Bewohner der Barracken übergeben. Sowohl die Essenszubereitung als auch die Ausgabe organisieren die Flüchtlinge.

Freitag vormittag befragten wir serbische HelferInnen zur Lager der unbegleiteten Kinder: Ivana Bjeletic von Save the Children ist Psychologin. Sie schätzt die Zahl der unbegleiteten Minderjährigen in Belgrad auf 600 – 800. Alleine in den Barracken sind es etwa 200.
Zwar gibt es für diese Kinder Plätze in den offiziellen Camps, aber dort sind sie mit Erwachsenen untergebracht. In Belgrad gibt es gerade einmal 12 Schlafplätze für unter 14 jährige. Ein weiteres Problem sei, dass oft die Eltern der Kinder nicht wollen, dass sie in ein Camp gehen. Sie sollen jederzeit bereit sein für die Weiterreise.
Das Dilemma: man kann diesen Kindern nur Schutz geben, wenn sie sich registrieren lassen. Aber das wollen weder sie, noch deren Eltern, die aus der Ferne die Regeln bestimmen. Faktum sei auch, dass es in Serbien noch wenig Erfahrung und Expertise mit umF gibt. Unlängst begann ein Projekt. 4 SozialarbeiterInnen, die zwar für die offiziellen Stellen arbeiten, aber von Unicef bezahlt werden, doch 4 Personen seien viel zu wenig. Ivana sagt, es braucht dringend mehr Schlafplätze nur für Kinder, wo keinen Erwachsenen sind und mehr Sozialarbeit.

Sonntag verbringen wir den ganzen Tag bei den Barracken. Am Vormittag sind wir in den Zelten von Ärzte ohne Grenzen, wo einige Kinder und Jugendliche schlafen. Wir fotografieren und befragen sie. Alle sind zwischen 10 und 17 Jahre alt und zwischen 2 und 10 Monaten in den Barracken. Der 10 jährige Jamil sagt, nein, er sei eh nicht alleine, er sei mit seinem 13 jährigen Cousin. Der 9 jährige Haibar ist mit seinem 17 jährigen Bruder hier. Wir kaufen größere Mengen Nüssen, Kekse und Rosinen, die sie sich teilen.

Nachmittag sitzen wir zusammen mit Atal und seinen Freuden. Es regnet und ist kalt. Sie laden uns ein auf Halva und Tee. Auch für sie kaufen wir ein. Da sie kochen, kaufen wir auch Gries, Tee, Zucken und Öl. Die Stimmung ist gut, weil sie alle zusammenhalten. Aber ihre Aussichten, hier wegzukommen, schrumpft immer mehr. Sie erzählen, dass die Schmuggler inzwischen Summen von 3500.- verlangen, nur um bis nach Österreich zu kommen. Da habe ja niemand hier.

Faisal ist 17 und sagt in die Runde. „everbodys heart is hurt. But we dont show it“. Und drückt damit sehr gut die Stimmung aus. Nach außen hin gehen alle ihrem beschwerlichen Alltag nach, haben aber auch Spaß beim Kricket spielen oder Drachen steigen. Sie scherzen und lachen miteinander. Aber jeder für sich verstummt auch immer wieder dazwischen und sagt, er weiß nicht, wie es weitergehen soll.
Als Montag die Sonne scheint sitzen Atal und seine Freunde vor der Baracke. Sie freuen sich sehr über die Bälle, die wir bringen, denn Kricket ist ihr einziger Zeitvertreib. Einige zerhacken eine Eisenbahntrese, um Brennholz zu beschaffen, Tashin lässt seine selbstgebauten Drachen steigen. Als wir uns verabschieden, sind sie alle ein wenig bestürzt. Atal fragt uns noch, ob wir denken, dass sein verbranntes Gesicht in Österreich auch behandelt werden würde. Ja, sicher. Aber wie er dahin kommen soll, das wissen weder er noch wir.